Karpaltunnelsyndrom
Das Karpaltunnelsyndrom (KTS) ist eine sehr häufige Nervenkompressionsstörung, bei der der Mittelarmnerv (Nervus medianus) in seinem Verlauf durch den Karpalkanal am Handgelenk durch eine Einengung im Karpalkanal (Karpaltunnel) komprimiert wird. Der Karpaltunnel ist ein knöcherner Kanal an der Beugeseite des Handgelenks. Der Kanal ist vom queren Handgelenksband abgeschlossen, das dadurch das Dach des Karpalkanals bildet. Im Karpaltunnel verlaufen die Beugesehnen der Finger und der Mittelhandnerv (Nervus medianus). Kommt es zu einer krankhaften Verengung des Karpaltunnels, entsteht Druck auf den Nerv. Dadurch können Beschwerden auftreten und der Nerv geschädigt werden.
Dieser Umstand führt zu Kribbeln, Taubheitsgefühlen und Schmerzen in Daumen, Zeige- und Mittelfinger, zum Teil Ringfinger; oft nachts, kann aber auch die Greifkraft beeinträchtigen und im schlimmsten Fall zu Muskelschwund am Daumenballen führen. Ursachen sind in 95% Gewebeverengungen und/oder Flüssigkeitseinlagerungen im Karpalkanal, seltener Überlastung, Entzündungen oder Krankheiten wie Diabetes mellitus etc.
Symptome
- Missempfindungen: Kribbeln, Ameisenlaufen, „eingeschlafene“ Hand.
- Schmerzen: Im Handbereich, die jedoch bis in den Arm und in die Schulter ausstrahlen können.
- Gefühlsstörungen: Taubheitsgefühl in Daumen, Zeige-, Mittel- und halbem Ringfinger.
- Schwäche: Nachlassende Greifkraft, Schwierigkeiten beim Halten von Gegenständen.
- Nächtliche Symptome: Beschwerden im Handbereich, die den Schlaf deutlich stören können.
Ursachen
- Gewebeverengungen: Verkürzung des queren Handgelenkbandes
- Volumenzunahme: Schwellung des Gewebes im Karpaltunnel
- Überlastung: Wiederholte Handbewegungen, welche zu einer Schwellung im Karpaltunnel führen
- Erkrankungen: Rheumatoide Arthritis, Diabetes mellitus, hormonelle Veränderungen, welche zu einer Volumsvermehrung und in weiterer Folge zu einer Druckerhöhung im Karpaltunnel führen
- Verletzungen: Traumata am Handgelenk
Behandlung
- Konservativ (nur bei milden Fällen):
- Nachtschiene: Ruhigstellung des Handgelenks
- Entzündungshemmende und abschwellende Mittel: Medikamentöse Unterstützung
- Physiotherapie/Übungen: Nervenmobilisation kann u.U. helfen.
- Operativ (bei manifesten und auch fortgeschrittenen Fällen):
- Karpaltunnelsyndrom Operation: Das quere Handgelenksband wird durchtrennt, um den schädigenden Druck auf den Nerv weg zu nehmen. Die Karpaltunnelsyndrom Operation kann entweder konventionell in offener Technik oder auch minimal invasiv mittels der endoskopischen Karpaltunnelspaltung (Schlüsselloch-Technik) durchgeführt werden. Die endoskopische, minimal invasive Technik wird von Univ.-Doz. Dr. Kröpfl seit 1992 höchst erfolgreich angewandt.
